Die Geschichte der Postkarte – von der Ladenschublade zum Postkarten Shop

Neben der persönlichen Kommunikation, die von Gesicht zu Gesicht stattfindet, hat die schriftliche Kommunikation in unserer Gesellschaft seit jeher eine große Bedeutung. Über Jahrhunderte hinweg war die schriftliche Nachricht die einzige Möglichkeit, um eine Nachricht von einem Ort zu einem anderen Ort zu überbringen. Wurden persönliche oder amtliche Mitteilungen zunächst mittels reisender Kaufleute oder extra engagierten Boten von einem Ort zum anderen gebracht, wurden im 16 Jahrhundert die ersten Postlinien gegründet. Um zu verhindern, dass die übermittelte Botschaft von dritten gelesen werden, wurde Briefe durch Aufrollen und Versiegeln geschützt, Inhalte in Geheimschrift verfasst oder aber Formulierungen verwendet, die nur der Empfänger verstehen konnte. Im Jahr 1820 wurden in England von einem Papierwaren- und Buchhändler die ersten Briefumschläge als Versandverpackungen für Briefe an Kunden zum Kauf angeboten. Genau 20 Jahre später, im Jahr 1840 wurde ebenfalls in Großbritannien die erste offizielle Briefmarke verkauft. Das war das Startsignal für das Aufkommen der Postkarte.

Die Anfänge der Postkarte

Wo kommt die Postkarte her und wer hat die Postkarte eigentlich erfunden? Diese Frage wird schon seit Jahren kontrovers diskutiert. Selbst die Wissenschaft konnte diese Frage bis heute nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Es wird vermutet, dass die Postkarte seinen Ursprung in Frankreich hat. Die ersten Postkarten sollen 18. Jahrhundert in Frankreich gedruckt worden sein. Von diesen Karten existieren jedoch heute keine Exemplare mehr. Im Jahr 1840 – dem Jahr als in Großbritannien die erste Briefmarke eingeführt wurde – wurde die erste nachweisbare Postkarte verschickt. Die Postkarte war an den im westlichen Londoner Innenstadtteil Fulham lebenden Engländer Theodore Hook adressiert. Auf der Postkarte befand sich ein handgemaltes Motiv. Im Jahr 2002 wurde die Karte in einem Londoner Auktionshaus für unglaubliche £31750 versteigert. Damit handelt es sich um die teuerste Postkarte aller Zeiten.

Es sind noch einige Jahre verstrichen, bis die Postkarte auch in Deutschland Verwendung gefunden hat. Die erste offizielle Postkarte wurde im Jahr 1866 vom Lithografen Wilhelm Schneider von pfälzischen Westhofen ins benachbarte Offstein verschickt. Auf der Postkarte war eine Einladung zu einer Treibjagd abgebildet. Begünstigt durch kostengünstigere Produktionsverfahren und einem aufkommenden Tourismus gelang die Postkarte in den späten 1890er Jahren in der damaligen Gesellschaft zu großer Popularität. Neben dem übersenden von Urlaubsgrüßen wurden Postkarten primär als Kommunikationsmittel für den Versand von Geburtstagsglückwünschen und für den Versand von Weihnachts- und Neujahrsgrüße genutzt. Im Vergleich zum Brief war der Versand einer Postkarte nur halb so teuer. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 war der Versand von Postkarten für deutsche Soldaten sogar kostenlos. Über 10 Mio. Postkarten wurden in dieser Zeit verschickt. Nach Ende des Krieges wurde dann auch der Versand von privat gedruckten Postkarten offiziell zugelassen. Das hat dazu geführt, dass die Postkarte als Kommunikationsmittel eine enorme Popularität erlangen konnte. Im Jahr 1879 hat die deutsche Reichspost über 122 Mio. Postkarten zugestellt.

Von der Ladenschublade zum Postkarten Shop

Im Internationalen Vergleich war Deutschland bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges Weltmarkführer in der Postkarten Industrie. So wurde ein Großteil der weltweit verkauften Karten in Deutschland hergestellt. Nach Ende des ersten Weltkrieges verlor Deutschland seine Position als Marktführer dann aber an die USA. Während in den USA heute pro Einwohner im Durchschnitt 30 Karten pro Jahr gekauft werden, kaufen die Deutschen im Durchschnitt lediglich 6,7 Karten. Die Weltweit meisten Karten pro Einwohner werden in Großbritannien gekauft. Der Branchenumsatz in Deutschland wird auf 700 Mio. € geschätzt. Etwa 300 klein- und mittelständische Postkartenverlage gibt es in Deutschland. Zu den ältesten und bekanntesten Unternehmen zählen der AvanCarte Verlag aus Bremen, der Klaus Hanfstingl Verlag aus Geretsried und der Horn Verlag aus Hattersheim.

Beispiel einer modernen Bild-Text-Postkarte aus einem Postkarten Shop
Beispiel einer modernen Bild-Text-Postkarte aus einem Postkarten Shop

Die wichtigsten Vertriebskanäle für Postkartenverlage stellen Schreibwarengeschäfte, Papeterien, Buchhandlungen und Postfilialen dar. In der über einhundert jährigen Geschichte der Postkarte haben sich immer wieder neue Verkaufs- und Präsentationsformen ergeben. Wurden Postkarten in der 1950er Jahren dem Kunden aus der Ladenschublade vorgeführt, errichteten die Postkartenverlage in der 1980er Jahren riesige Postkartenwände in den Geschäften. Heute werden Postkarten primär in Kartenständern zum Verkauf angeboten. In den letzten Jahren hat die Entwicklung des Internets dazu geführt, dass immer mehr Menschen Postkarten online kaufen. So findet man im Postkarten Shop von Grusskartenladen.de inzwischen über 2.000 unterschiedliche Motive. Gerade für Menschen die im ländlichen Raum wohnen oder die beruflich stark eingespannt sind, bietet ein Postkarten Shop eine gute Möglichkeit, schnell, einfach und umkompliziert Postkarten zu bestellen. Mit wenigen Mausklicks lassen sich Postkarten nach Themen, Anlässen und Herstellern filtern. Geliefert werden die Postkarten zumeist schon am Folgetag.

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